Ökonomische vs. kulturelle Bildung

Wie kann, in der jetzigen Zeit, die kulturelle Bildung dazu beitragen, den gesellschaftlichen Umbruch in der Kommunikation zu meistern?

Kulturelle Bildung

Die Menschen unter uns, die im kulturellen Bereich aktiv sind, kennen bestimmt das förderliche Geduldspiel der Musikproben, das aufwendige und gleichzeitig sehr lohnende Textlernen in einer Theatergruppe oder das begeisterte Reflektieren eine Ausstellung oder eines großartigen Kinofilmes. Dies ist jetzt nur ein sehr kleiner Ausschnitt, wozu kulturelle Bildung imstande ist. Eines wird jedoch bei dieser Kurzbetrachtung verständlich: die Beschäftigung mit den Künsten setzt ungeahnte kreative Energien frei. 

Genau diese kreativen Energien benötigen wir jetzt!

Wir brauchen gerade in Zeiten dieser tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüche Menschen, die sich ihrer ureigenen Stärken und Möglichkeiten der Veränderungen bewusst sind, die unsere gemeinsame Zukunft aktiv mitgestalten und mutig, besonders im Angesichts des möglichen Scheiterns und der damit verbundenen Risiken, neue kreative Lösungsideen entwickeln. Die Menschen um mich herum reagieren zurzeit fast ausschließlich auf die gesellschaftlichen Umwelteinflüsse. Ganz besonders merke ich dies, wenn von überall her das Verlangen nach digitaler Bildung aufkommt. Viele neue Onlinekurse, Webinare, VideoCalls und virtuelle Kommunikationsarten schießen wie Pilze aus den Boden. Doch welche Ergebnisse bringen sie?

Webinare, Onlinekurse, VideoCalls

Viele dieser plötzlich selbsternannten Online-Coaches, Trainer oder gar Experten bewegen uns auf einer Bühne, wo viele dieser Protagonisten im Vorfeld vergessen haben den Text auswendig zu lernen, die Szene ist ihnen dazu noch völlig unbekannt und jetzt sollen sie quasi aus dem Steht greif, ohne jegliches Wissen, schauspielern. Das kann nur schief gehen. Bei einem freien Theaterstück in einer Schulaufführung wird noch mitgelacht, wegen den Unzulänglichkeiten und Fehlern, die dort begangen werden. Geht es jedoch mit diesem Nichtwissen auf die große Bühne, wo eine Gage dafür verlangt wird, wird man schnell abgestraft und geht leer aus. Was wird aber dennoch gemacht? Es werden Preise für etwas verlangt, wo keine Kompetenz da ist. Werden diese bezahlt? Ja, vorerst schon, mangels alternativen Lösungen, aber spätestens, wenn der „Normalmodus“ wieder Einzug in unser ökonomisches und kulturelles Leben hat, werden viele feststellen, dass Sie nach ihren digitalen Bildungsstand verortet werden. Mit ihrem neu erworbenen Bildungs-Kompetenz-Wissen werden sich viele bisherigen Kunden abwenden. Ihr digitaler Standard ist auf einem neuen Niveau angekommen, indem Sie die ökonomische und die kulturelle Bildung mit den Unternehmenswerten abgeglichen haben. Es ist ein Wertschätzen und Abgleichen der beiden Bildungsbereiche innerhalb des Unternehmens erfolgt. Wo bleibt hier der Soloentrepreneuer?

Digitaler Umbruch

Gerade in gesellschaftlichen Umbrüchen, wenn es darum geht, Führungskräfte, Angestellte, Stakeholder, Partner und Kunden auf die digitale Zukunft vorzubereiten, sind neue Ansätze der unternehmerischen Bildung verpflichtend. Dies werden, meiner persönlichen Einschätzung nach, ganz neue Ansätze und Formate im Bildungsbereich von Unternehmen sein, die sich explizit auf diese beiden Bildungsbereiche beziehen. Das wahre Potenzial dieser Möglichkeiten ist hier gerade am Anfang ausgeschöpft zu werden.

Das aktuelle Projekt „Durch kulturelle Bildung zu Good Leadership“, welches unteranderem von der Karl Schlecht Stiftung gefördert wird, widmet sich diesen Thema ausführlich.

Ich sehe als einzigen Weg diese Herausforderung für Unternehmer zu meistern, den kompletten temporären Rückzug. Dies sollte vielen Führungskräften nicht sehr schwerfallen, da die meisten an ihr Home-Office gebunden sind. In diesem temporären Rückzug sollte dann eine komplette Reflexion des vorhandenen Wissens stattfinden.

Dazu benötigt man ein DIN-A4-Blatt, einen Stift und zwei Spalten, die man darauf zeichnet. In der linken Spalte kommt als Überschrift „Präsenz-Wissen/Produkte/ Dienstleistungen“, mit denen man die letzten Jahre erfolgreich gewesen ist. Zur Information: erfolgreich bedeutet nicht, dass man damit gearbeitet hat. Als erfolgreich sehe ich die Unternehmenszweige an, für die die Mitarbeiter brennen!

Auf der rechten Spalte folgt die Überschrift „Digitale/s Wissen/Produkte/Dienstleistung/Umsetzung“. Zu jeden Punkt in der rechten Spalte versucht man nun einen Punkt in der linken Spalte zu finden, den man bereits mit Wissen aus dem Unternehmen erfolgreich besetzen kann. Am Ende füllt man die linke Spalte mit Begriffen auf, die man bereit in der ökonomischen Bildung des Unternehmens anwendet. Dies können z.B. Webinare, VideoCalls aber auch erste Learning-Management-Systeme sein.

Als letzten Punkt werden die Punkte rot unterstrichen, bei denen man, im Sinne der ökonomischen Bildung, schnellstmöglich Hilfe von außen benötigt.

Wo benötigen Sie sofortige Hilfe? Gerne dürfen sie dies auf dem Kommunikationskanal ihrer Wahl mit mir teilen.


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